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24.07.2008 - Künstliches Pushen von Klickraten weit verbreitet

Je höher, desto besser

Aussagekraft von PageImpressions auf dem Prüfstand

(Initiative Mittelstand) Die Zahl der Zugriffe auf eine Website, die PageImpressions, werten viele Werbetreibende als Messgröße für den Erfolg beziehungsweise die Qualität einer Website. Mit verschiedenen Methoden versuchen deshalb einige Online-Medien die Zahl ihrer PageImpressions künstlich nach oben zu treiben, in dem sie beispielsweise bei Online-Kreuzworträtseln jeden einzelnen von Usern eingetragenen Buchstaben als Seitenaufruf zählen. Andere verwenden sogenannte Layer-Ads, bei denen sich eine Werbeseite öffnet, ohne dass ein Klick vorausging. Trotzdem wird gleichzeitig ein User-Besuch in der Statistik vermerkt und der Werbekunde somit getäuscht. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) ist deshalb gerade dabei, einen sogenannten „Code of Conduct“ auszuarbeiten, um gegen solche Schwarzen Schafe vorzugehen. Alle Praktiken zu unterbinden, dürfte aber schwierig sein, da ständig neue Spielarten auftreten.

Selbst Websites, die extern von der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) geprüft werden, sind vor dem Betrug nicht sicher. Denn nach der IVW gilt als PageImpression eine durch den User verursachte wesentliche Veränderung des Seitenhinhalts. Und dazu gehört auch, wenn beispielsweise im Kreuzworträtsel nicht mehr „CELL”, sondern „CELLO” steht. Hinzu kommt, dass die auf diese Weise massenhaft produzierten PageImpressions in der IVW-Statistik nicht einmal unter „Spiele” ausgewiesen werden, sondern von den Medien auch als „redaktioneller Content” deklariert werden können, so als handele es sich um journalistische Inhalte. Allerdings gibt es Licht am Ende des Tunnels: Die GWI hat das Problem erkannt und für das kommende Jahr eine Reform angekündigt.